| Kritiken
<< |
| STUTTGARTER ZEITUNG 021003 Einem Außenseiter der Architektur auf der Spur: "Goff in der Wüste" Vom Bauhaus angefeindet Von Ulrich Kriest Am 10. Mai 2002 fotografierte Heinz Emigholz das Meisterwerk des Architekten Bruce Goff (1904-1982), den Gebäudekomplex ShinénKan in Bartlesville, Oklahoma. Er fotografierte, was davon noch übrig war, denn das Gebäude war 1997/98 durch Brandstiftung vernichtet worden - und man kann darin den Höhepunkt der Auseinandersetzungen um das Werk Goffs sehen. Insbesondere vom Bauhaus- Establishment und seinem "International Style" waren Goffs originelle Arbeiten angefeindet worden, von Mies van der Rohe stammt der Satz: "Von Goff kann man lernen, wie man nicht bauen sollte." Die Arbeiten Bruce Goffs dürften wohl nur Architekturspezialisten bekannt sein, auch der Experimentalfilmer Heinz Emigholz macht kein Geheimnis daraus, dass er auf diesem Gebiet nicht sehr bewandert ist. Aber er ist neugierig und besitzt eine besondere Sensibilität: "Ein schlechtes Foto kann Auslöser einer langen Reise sein." Im Frühjahr 2002 legte Emigholz 9200 Meilen zurück, um 62 Bauten des Architekten zu dokumentieren: von der heruntergekommenen Tankstelle in der Provinz bis hin zum prachtvollen Pavillon für japanische Kunst in Los Angeles. Die Abfolge ist chronologisch geordnet, Man erkennt deutlich, wie Goff einen eigenen Stil entwickelt, der auf erstaunliche und höchst originelle Weise mit den spezifischen Gegebenheiten vor Ort arbeitet und so ein Werk aus lauter Unikaten schuf, das doch als Zusammenhang erkennbar ist. Nebenbei handelt es sich bei diesem kontemplativen Film über den Reichtum der Welt um den wohl schönsten Ausflug eines deutschen Filmemachers in die USA seit Hartmut Bitomskys "Highway 40 West". | Kommunales Kino im Filmhaus nach oben |